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Mit der Geburt geraten wir in dieses System binärer Geschlechtsformen. Wir werden anhand unserer Anatomie der
einen oder der anderen Seite zugeordnet und dann mit der entsprechenden Rolle vertraut gemacht. Dabei hilft uns
ein umfassendes Repertoire an Klischees, das wir verinnerlichen und zur Orientierung benutzen.
Die Übereinstimmung von sex (dem biologischen Geschlecht) und gender (der ausgeübten psycho-sozialen Rolle)
ist der angestrebte “Normalfall”. Doch die Abweichungen häufen sich. Während auf der einen Seite die Unterschiede zwischen den Geschlechtern langsam
verwischen, gibt es auf der anderen Seite die bewusste Inszenierung der eigenen, der selbstgewählten Rolle.
Hier tut sich ein Universum verschiedener Spielarten auf:
Butches und Tunten, Dragkings, Dragqueens oder Transsexuelle sind nur eine Auswahl kategorisierender Beschreibungen, die jeweils in zahlreiche Untergruppen zerfallen.
Die Fotografie hat sich schon oft mit dem Thema auseinandergesetzt. Warum interessiert sich jetzt eine Malerin für Menschen, die selbst darüber bestimmen, welchem gender sie sich - temporär oder dauerhaft - zugehörig fühlen?
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