doing gender Martina Minette Dreier
Männlich oder weiblich ist die erste Unterscheidung, die Sie machen,
wenn Sie mit einem anderen menschlichen Wesen zusammentreffen.

(Sigmund Freud)



Männlich oder weiblich.

Mit der Geburt geraten wir in dieses System binärer Geschlechtsformen. Wir werden anhand unserer Anatomie der einen oder der anderen Seite zugeordnet und dann mit der entsprechenden Rolle vertraut gemacht. Dabei hilft uns ein umfassendes Repertoire an Klischees, das wir verinnerlichen und zur Orientierung benutzen.

Die Übereinstimmung von sex (dem biologischen Geschlecht) und gender (der ausgeübten psycho-sozialen Rolle) ist der angestrebte “Normalfall”. Doch die Abweichungen häufen sich. Während auf der einen Seite die Unterschiede zwischen den Geschlechtern langsam verwischen, gibt es auf der anderen Seite die bewusste Inszenierung der eigenen, der selbstgewählten Rolle.

Hier tut sich ein Universum verschiedener Spielarten auf:
Butches und Tunten, Dragkings, Dragqueens oder Transsexuelle sind nur eine Auswahl kategorisierender Beschreibungen, die jeweils in zahlreiche Untergruppen zerfallen.

Die Fotografie hat sich schon oft mit dem Thema auseinandergesetzt. Warum interessiert sich jetzt eine Malerin für Menschen, die selbst darüber bestimmen, welchem gender sie sich - temporär oder dauerhaft - zugehörig fühlen?

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